Einleitung
Die Agrar- und Ernährungswirtschaft unterliegt einem stetigen Wandel. Angesichts endlicher fossiler Ressourcen, des Klimawandels und sich ändernder Konsumpräferenzen gewinnt die Bioökonomie als zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der angestrebten nachhaltigen und zirkulären Nutzung biologischer Ressourcen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Verwertung biologischer Abfälle, Rückstände und Nebenströme bei der Produktion von Lebensmitteln, Energie und Industriegütern. Beim Übergang zu einer biobasierten Wirtschaft wird darauf abgezielt, auf diese Weise die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern, eine resiliente und effiziente Produktion aufzubauen sowie zum Klima- und Umweltschutz beizutragen.
Die am 27. November 2025 von der Europäischen Kommission veröffentlichte Strategie für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Bioökonomie zielt darauf ab, Innovation zu fördern und Europäische Unternehmen bei der Transformation zu unterstützen (European Commission, 2025). Damit schließt die Europäische Kommission an die Bioökonomie Strategie von 2012 beziehungsweise deren Aktualisierung von 2018 an und folgt weltweiten Bestrebungen, ressourcenbewusst zu wirtschaften und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren. So waren unter anderem das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Jahr 2025 sowie die Klimakonferenz der Vereinten Nationen COP 28 im Jahr 2023 ganz dem Ziel gewidmet, das Ende der fossilen Ära einzuleiten (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), 18. Januar 2025; United Nations (UN), 2023).
Die gegebene Dringlichkeit sowie die Anzahl und die Höhe der Effekte externer Faktoren führen zu einer komplexen Situation, in der Planbarkeit fehlt oder Handlungsoptionen von einzelnen Stakeholdern nicht realisiert werden können. Dem hohen, durch gleichzeitig auftretende Faktoren bedingten Veränderungsbedarf innerhalb einer Wertschöpfungskette wird durch das multilaterale Format der Bioeconomy Deep Dives Rechnung getragen. Die abstrakt erscheinenden regionalen Auswirkungen können durch die Fokussierung auf definierte Anwendungsbereiche und die Einbindung der relevanten Stakeholder bearbeitet werden. Auf Basis dieser Analyse können konkrete Maßnahmen abgeleitet und in gemeinschaftliche Umsetzungsprojekte überführt werden.