Lignin-Wertschöpfungskette
In der Analyse der Wertschöpfungskette wurden sechs Hauptbereiche identifiziert: Zu Beginn der Wertschöpfungskette steht die Primärproduktion beziehungsweise die Gewinnung des Rohstoffs, in der Regel durch die Forstwirtschaft. Es könnten auch andere Ressourcen, wie Getreidestroh, als Ausgangsmaterial für die Ligningewinnung genutzt werden (Do et al., 2020). Dominierend in der Ligningewinnung ist jedoch das Holz.
In der nächsten Stufe erfolgt die Holzverarbeitung durch Sägewerke. Anschließend gelangt der Rohstoff entweder in eine Papier- beziehungsweise Zellstofffabrik oder in eine Bioraffinerie zur direkten Extraktion von Lignin. Im Anschluss muss das Lignin aufwendig modifiziert werden. Dies geschieht in der vierten Stufe durch sogenannte Lignintransformer. Dieser Schritt ist essenziell für die darauffolgenden Formulierungen und Produktentwicklungen in verschiedensten Industriezweigen. Zuletzt folgen die Entwicklung von Endanwendungen und die Vermarktung. Des Weiteren lässt sich ein übergeordneter Bereich für Forschung sowie Zusammenschlüsse wie Verbände und Vereine identifizieren.
Insgesamt wurden 146 Personen und Einrichtungen entlang der Wertschöpfungskette zu Gesprächen eingeladen. Wie in Tabelle 1 illustriert, konnten für diese Potenzialanalyse Perspektiven aus jedem Bereich der Wertschöpfungskette abgebildet werden. Die Einladung zu einem Expertinnen- und Experteninterview wurde von 44 Personen angenommen. Davon nahmen zwölf Expertinnen und Experten am Präsenz-Workshop in Hannover teil.
| Interview | Teilnahme am Workshop | |
|---|---|---|
| Primärproduktion bzw. Forstwirtschaft | 6 | 2 |
| Verarbeitung, in der Regel im Sägewerk | 6 | 1 |
| Bioraffinerie/Zellstofffabrik | 9 | 1 |
| Ligninveredelung und -modifikation | 14 | 3 |
| Formulierung und Produktentwicklung | 9 | 5 |
| Endanwendung und Vermarktung | 3 | 1 |
| Forschung, Beratung und Vernetzung | 17 | 7 |
| Tabelle 1: Teilnehmende an Interview und Workshop nach Wertschöpfungsstufen (Quelle: eigene Darstellung). Notiz: Die Akteure und Akteurinnen der Wertschöpfungskette ordneten sich oft in mehr als einem der Bereiche bzw. Stufen zu. Daher übersteigt in dieser Darstellung die Anzahl der Teilnehmenden pro Stufe an Interviews und Workshop die Gesamtanzahl der einzelnen Gespräche (43) und Workshopteilnehmenden (12). |
||
