Risikotragfähigkeit
Das Risikotragfähigkeitskonzept der Rentenbank ist das zentrale Element des internen Kapitaladäquanzprozesses (ICAAP) und die Grundlage für die operative Umsetzung der Risikostrategie. Ziel des Risikotragfähigkeitskonzepts sind die Fortführung des Instituts zur Erfüllung des Förderauftrags unter Einhaltung der regulatorischen Vorgaben sowie die langfristige Sicherstellung der Substanz des Instituts und der Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht. Die Ziele spiegeln sich in den zwei Perspektiven des Risikotragfähigkeitskonzepts wider, das einen Normativen Ansatz und einen Ökonomischen Ansatz umfasst. Die Risikosteuerungsprozesse sind darauf ausgerichtet, diese Ziele und Vorgaben gleichberechtigt zu erfüllen. Die Überwachung der Limite innerhalb der Risikotragfähigkeit wird dabei durch Stresstests ergänzt. Diese werden regelmäßig dem Vorstand berichtet und dort sowie im Risikoausschuss diskutiert.
Normativer Ansatz
Steuerungsziel des Normativen Ansatzes ist es, alle regulatorischen Mindestkapitalanforderungen und Vorgaben zu erfüllen. Dabei wird überprüft, ob die Kapitalausstattung stichtagsbezogen und im Rahmen der mehrjährigen (fünf Jahre umfassenden) Kapitalplanung die Einhaltung aller regulatorischen Anforderungen und damit den Fortbestand des Instituts im Basisszenario und in den adversen Szenarien gewährleistet. Die Kapitalausstattung soll auch in diesen Szenarien eine nachhaltige Verfolgung der Geschäftsstrategie ermöglichen.
Die folgende Tabelle zeigt die regulatorischen Eigenmittel im Normativen Ansatz zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr:
| 31.12.2025 Mio. EUR |
31.12.2024 Mio. EUR |
|
| Gezeichnetes Kapital | 135,0 | 135,0 |
| Gewinnrücklagen | 1.252,6 | 1.233,6 |
| Fonds für allgemeine Bankrisiken | 3.553,5 | 3.479,8 |
| Immaterielle Vermögenswerte | - 56,2 | - 48,4 |
| Ergänzungskapital | 0,0 | 0,7 |
| Regulatorische Eigenmittel | 4.884,9 | 4.800,0 |
Der Anstieg der Eigenmittel gegenüber dem Vorjahr resultiert aus einem Anstieg der Gewinnrücklagen und einer Erhöhung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach Feststellung des Jahresabschlusses 2024.
Die risikogewichteten Aktiva (RWA) sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Risikowert 31.12.2025 Mio. EUR |
Risikowert 31.12.2024 Mio. EUR |
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| Adressenausfallrisiko | 13.909,6 | 11.454,8 |
| CVA-Charge | 612,1 | 530,5 |
| Operationelles Risiko | 487,3 | 544,3 |
| Gesamt-RWA | 15.008,9 | 12.529,6 |
Der erwartete deutliche Anstieg der RWA ist durch die Anwendung der CRR III bedingt, der Effekt auf die Kapitalquoten wird durch die Gewinnthesaurierung etwas gemildert. Die Kapitalquoten liegen auch nach Anwendung der CRR III weiterhin deutlich über den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen:
| Bilanzstichtag | Basisszenario |
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| in % | 31.12.2025 | 2026 | 2027 | 2028 |
| Gesamtkapitalquote in % | 32,6 | 33,3 | 33,5 | 33,9 |
| Kernkapitalquote in % | 32,6 | 33,3 | 33,5 | 33,9 |
| Harte Kernkapitalquote in % | 32,6 | 33,3 | 33,5 | 33,9 |
| Leverage Ratio in % | 11,5 | 10,7 | 11,1 | 11,8 |
Im Jahr 2025 ließen sich keine wesentlichen Auswirkungen der geopolitischen Krisen und der wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland auf die Risikokennziffern der Rentenbank beobachten. Für das Basisszenario der Kapitalplanung wird eine Fortdauer der Konflikte mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung angenommen. Die Rentenbank geht daher unter Risikogesichtspunkten im Basisszenario von einer eher stabilen Entwicklung des Portfolios aus. Dies spiegelt sich in den Kapitalquoten entsprechend wider.
Die regulatorischen Vorgaben werden zum Stichtag und im Basisszenario der Kapitalplanung in allen betrachteten Zeitpunkten erfüllt.
Neben dem Basisszenario werden in der Kapitalplanung verschiedene adverse Szenarien mit deutlich negativen marktweiten und institutsspezifischen Entwicklungen analysiert. Auch unter Berücksichtigung der CRR-III-Effekte werden alle regulatorischen Vorgaben stets eingehalten.
Ökonomischer Ansatz
Ziele des Ökonomischen Ansatzes sind die langfristige Sicherung der Substanz des Instituts und der Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht. Hierzu wird das Ökonomische Risikodeckungspotenzial dem Gesamtrisikowert gegenübergestellt und sowohl stichtagsbezogen als auch im Rahmen des Basisszenarios der Kapitalplanung überprüft.
Im Risikodeckungspotenzial werden stille Reserven und Lasten aus Wertpapieren und Schuldscheindarlehen deutscher Bundesländer inklusive ihrer Absicherungsgeschäfte sowie auch die Reserven nach § 340f HGB berücksichtigt. Das (unterjährig) aufgelaufene GuV-Ergebnis wird dabei berücksichtigt, geplante und noch nicht erzielte Gewinne werden hingegen nicht einbezogen.
Das Risikodeckungspotenzial im Ökonomischen Ansatz stellt sich zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:
| 31.12.2025 Mio. EUR |
31.12.2024 Mio. EUR |
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| Gezeichnetes Kapital | 135,0 | 135,0 |
| Gewinnrücklagen | 1.272,1 | 1.252,6 |
| Fonds für allgemeine Bankrisiken | 3.576,3 | 3.553,5 |
| Stille Lasten/Reserven | 596,9 | 211,1 |
| Risikodeckungspotenzial | 5.580,3 | 5.152,2 |
Im Ökonomischen Risikodeckungspotenzial (RDP) wird die geplante Gewinnverwendung des erzielten Ergebnisses aus 2025 berücksichtigt. Dies führt zu etwas höheren Werten für Gewinnrücklagen (+19,5 Mio. EUR) und für den Fonds für allgemeine Bankrisiken (+22,8 Mio. EUR) sowie einer Zuführung zu den Reserven. Der wesentliche Anstieg des Risikodeckungspotenzials im Jahr 2025 resultiert aus höheren Stillen Reserven bzw. niedrigeren Stillen Lasten bei Wertpapieren, Schuldscheindarlehen und Namenspapieren.
Beim Ökonomischen Ansatz werden die Risiken aus allen Positionen unabhängig von ihrer Bilanzierung betrachtet. Die Risiken werden dabei unter Berücksichtigung eines Konfidenzniveaus von 99,9 % und eines Zeithorizonts von einem Jahr berechnet. Die Risikowerte der einzelnen Risikoarten werden ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten addiert und verteilen sich wie folgt:
| Risikowert 31.12.2025 Mio. EUR |
Risikowert 31.12.2024 Mio. EUR |
|
| Adressenausfallrisiko | 468,3 | 470,5 |
| Marktpreisrisiken | 1.732,8 | 1.826,6 |
| davon Zinsänderungsrisiken | 562,0 | 558,6 |
| davon CVA-Risiko aus Derivaten | 43,9 | 39,6 |
| davon Spread- und sonstige Risiken | 1.111,9 | 1.213,4 |
| davon Risikopuffer | 15,0 | 15,0 |
| Non-Financial Risks | 101,4 | 93,1 |
| davon Operationelle Risiken | 72,8 | 62,1 |
| davon Strategische Risiken | 28,6 | 31,0 |
| Gesamtrisiko | 2.302,5 | 2.390,2 |
Die Risikotragfähigkeit im Ökonomischen Ansatz war 2025 zu jedem Betrachtungszeitpunkt gegeben. Alle Limite wurden eingehalten. Die Auslastung des Risikodeckungspotenzials liegt aufgrund des gestiegenen Risikodeckungspotenzials und einem Rückgang der Spread-Risiken zum Bilanzstichtag mit 41,26 % gegenüber dem Vorjahr (46,39 %) deutlich niedriger.
Stresstests
Ziel der Stresstests ist die Analyse, ob auch in außergewöhnlichen, aber plausiblen risikoartenübergreifenden Szenarien die Risikotragfähigkeit der Rentenbank gewährleistet ist. Hierbei werden ein hypothetisches Szenario (Wirtschaftseinbruch) sowie ein historisches Szenario (Finanzmarktkrise und anschließende Staatsschuldenkrise) simuliert. In den Szenarien werden dabei marktweite sowie institutsspezifische Aspekte betrachtet. Dabei wurden die geopolitischen Spannungen und Konflikte sowie die daraus resultierenden makroökonomischen Unsicherheiten – wie volatile Energiepreise, wiederkehrende Lieferengpässe und erhöhte Kapitalmarktvolatilität – berücksichtigt. Diese Entwicklungen wurden qualitativ und quantitativ hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen auf Refinanzierungskosten, Kreditrisiken und die Kapitalmarktsituation der Rentenbank abgeleitet, sodass die wesentlichen Risikoimpulse des globalen Umfelds adäquat in die Szenarien einfließen.
Die wesentlichen Risikoparameter, die den Stressszenarien zugrunde liegen, sind die Verschlechterung der Bonitäten sowie die Veränderung der Zinsen und der Anstieg der Credit Spreads. In den Stresstests werden die Auswirkungen der Stressszenarien in der Normativen und Ökonomischen Perspektive analysiert. Im Normativen Ansatz werden die Auswirkungen der Szenarien auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie das Eigenkapital, insbesondere auch die Auswirkungen auf die risikogewichteten Aktiva, in einem Zeithorizont von drei Jahren simuliert. Das im Normativen Ansatz dominierende Risiko ist dabei das Adressenausfallrisiko, im Ökonomischen Ansatz sind das Adressenausfallrisiko und das Marktpreisrisiko besonders relevant.
Die Risikotragfähigkeit ist in beiden Ansätzen auch in den Stressszenarien ohne Nutzung von aufsichtsrechtlichen Erleichterungen bezüglich der Kapital- und Liquiditätsanforderungen gewährleistet und bestätigt damit die komfortable Kapitalsituation der Bank. Neben diesen Stressszenarien wird in einem inversen Stresstest untersucht, welche Ereignisse dazu führen würden, dass die Risikotragfähigkeit nicht mehr gewährleistet wäre. Außerdem werden in verschiedenen Szenarien die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken beleuchtet (vergleiche separaten Abschnitt).