E1-9 – Erwartete finanzielle Auswirkungen wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen
Einordnung und methodischer Rahmen
Die Landwirtschaftliche Rentenbank analysiert die erwarteten finanziellen Auswirkungen klimabezogener physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie das Potenzial klimabezogener Chancen im Rahmen ihres integrierten Risikomanagements. Die Betrachtung erfolgt konsistent mit dem Risikobericht, der Risikostrategie, der jährlichen Risikoinventur sowie der Kapitalplanung (ICAAP) und ergänzt die Angaben gemäß ESRS 2 SBM-3.
Als staatliche Förderbank vergibt die Rentenbank ihre Kredite nach dem Hausbankenprinzip. Vertragspartner der Bank sind damit in erster Linie durchleitende Kreditinstitute und nicht die Endkreditnehmenden. ESG-Risiken, zu denen die klimabezogenen Risiken gehören, wirken auf die Rentenbank mittelbar über die wirtschaftliche Lage und Stabilität der Hausbanken. Direkte Projektrisiken der Endkreditnehmenden werden grundsätzlich von Hausbanken beziehungsweise Endkreditnehmenden getragen.
Die im Rahmen der Risikoinventur identifizierten klimabezogenen Risikotreiber werden als relevant, jedoch nicht wesentlich eingestuft. Die Bewertung der erwarteten finanziellen Auswirkungen erfolgt vorwiegend über szenariobasierte Analysen, die regelmäßig aktualisiert und in die bankweite Steuerung integriert werden. In die Analysen sind die normative und die ökonomische Perspektive eingeschlossen.
Klimaszenarien und Zeithorizonte
Zur Beurteilung klimabezogener Risiken und Chancen werden zwei Klimaszenarien herangezogen. Für die mittel- bis langfristige Perspektive bis 2050 nutzt die Rentenbank ein Referenzszenario des Network for Greening the Financial System (NGFS), das sowohl physische als auch Übergangsrisiken abbildet.
Ergänzend wird im Rahmen der Kapitalplanung ein kurzfristiges Klimaszenario angewendet, das sich ebenfalls an den NGFS-Pfaden orientiert. Dieses kurzfristige Szenario wurde für die Rentenbank adaptiert und betrachtet die makroökonomischen und finanziellen Auswirkungen aufeinanderfolgender extremer Wetterereignisse sowie zusätzlicher Hilfsprogramme und Unterstützungsleistungen der Rentenbank. Es dient insbesondere der Abschätzung kurzfristiger Belastungen für Kapital- und Risikokennzahlen.
Die den Szenarioanalysen zugrunde liegenden NGFS-Makropfade werden in bankinterne Risiko- und Ertragsgrößen überführt, insbesondere in Parameter zur Bewertung von Kredit- und Marktpreisrisiken sowie in zentrale Steuerungs- und Kapitalkennzahlen. Die methodische Ausgestaltung der Überführung ist in den internen Risiko- und Steuerungsprozessen dokumentiert.
Die im Rahmen der Szenarioanalysen beobachteten Veränderungen der Risikokennzahlen stellen modellbasierte Sensitivitäten dar. Sie zeigen potenzielle Belastungswirkungen unter den jeweiligen Annahmen auf, führen jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand weder kurz-, mittel- noch langfristig zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Finanzlage, der finanziellen Leistungsfähigkeit oder der Kapitalausstattung der Rentenbank.
Erwartete finanzielle Auswirkungen physischer Klimarisiken
Physische Klimarisiken betreffen die Landwirtschaftliche Rentenbank indirekt über ihr Kreditportfolio. Im Fokus der Betrachtung stehen akute Risiken aus Extremwetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmungen oder Dürreperioden sowie chronische Risiken infolge langfristiger klimatischer Veränderungen.
Auf der Grundlage der durchgeführten Analysen bezüglich der Risikoinventur werden physische Klimarisikotreiber für die Rentenbank als relevant, jedoch nicht wesentlich eingestuft. Die Bank hält keine wesentlichen eigenen Sachanlagen, die signifikanten physischen Klimarisiken ausgesetzt sind. Das Kreditportfolio besteht überwiegend aus Forderungen gegenüber bonitätsstarken Kreditinstituten. Entsprechend bestehen weder kurz-, mittel- noch langfristig wesentliche Vermögenswerte, deren Buchwert einem erheblichen akuten oder chronischen physischen Klimarisiko unterliegt.
Hinsichtlich der ESRS-Angaben wurden keine Vermögenswerte oder Ertragsquellen identifiziert, die kurz-, mittel- oder langfristig einem wesentlichen akuten oder chronischen physischen Klimarisiko unterliegen. Der Geldbetrag sowie der entsprechende Anteil dieser Vermögenswerte betragen daher jeweils 0.
Entsprechend bestehen keine Vermögenswerte, auf die sich Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Sinne dieser Angaben beziehen. Darüber hinaus wurden keine erheblichen Standorte oder Vermögenswerte mit wesentlichem physischem Klimarisiko identifiziert. Der Geldbetrag und der Anteil der Nettoeinnahmen aus Geschäftstätigkeiten mit wesentlichem physischem Klimarisiko betragen ebenfalls 0.
Erwartete finanzielle Auswirkungen von Übergangsrisiken
Übergangsrisiken ergeben sich für die Landwirtschaftliche Rentenbank insbesondere aus regulatorischen Entwicklungen, technologischen Veränderungen sowie aus makroökonomischen Effekten des Transformationsprozesses hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Die durchgeführten Szenarioanalysen zeigen, dass insbesondere ungeordnete oder verzögerte Übergangspfade kurzfristig zu Belastungen makroökonomischer Kennzahlen führen können, etwa durch rückläufiges Wirtschaftswachstum, veränderte Ratingannahmen oder steigende Risikoprämien.
Für die Rentenbank entfalten diese Effekte jedoch keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen. Die unterstellten Ratingveränderungen führen beispielsweise lediglich zu begrenzten Veränderungen der risikogewichteten Aktiva. Die Risikokennzahlen steigen nur moderat. Zusätzliche bilanziell relevante Verbindlichkeiten infolge von Übergangsrisiken werden weder kurz-, mittel- noch langfristig erwartet.
Da die Rentenbank keine wesentlichen eigenen Immobilienbestände hält, ist eine Aufschlüsselung des Buchwerts nach Energieeffizienzklassen nicht sinnvoll anwendbar. Auch auf der Ertragsseite werden keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Nettoeinnahmen prognostiziert.
Hinsichtlich der ESRS-Angaben wurden keine Vermögenswerte oder Ertragsquellen identifiziert, die kurz-, mittel- oder langfristig einem wesentlichen Übergangsrisiko unterliegen. Der Geldbetrag sowie der entsprechende Anteil dieser Vermögenswerte betragen daher jeweils 0.
Entsprechend bestehen keine Vermögenswerte, auf die sich Klimaschutzmaßnahmen im Sinne dieser Angabe beziehen. Zusätzliche Verbindlichkeiten, die infolge wesentlicher Übergangsrisiken kurz-, mittel- oder langfristig im Jahresabschluss zu erfassen wären, wurden nicht identifiziert. Der Geldbetrag und der Anteil der Nettoeinnahmen aus Geschäftstätigkeiten mit wesentlichem Übergangsrisiko betragen ebenfalls 0.
Abgleich mit dem Jahresabschluss
Aufgrund der fehlenden finanziellen Wesentlichkeit physischer und transitorischer Klimarisiken ergeben sich keine wesentlichen Abweichungen oder Überleitungsbedarfe zwischen den im Rahmen dieser Angabe betrachteten Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und Nettoeinnahmen und den entsprechenden Posten oder Erläuterungen im Jahresabschluss.
Potenzial klimabezogener Chancen
Neben potenziellen Risiken ergeben sich für die Rentenbank klimabezogene Chancen aus ihrem öffentlichen Förderauftrag. Diese betreffen insbesondere den Ausbau erneuerbarer Energien, Investitionen in natürlichen Klimaschutz sowie die Förderung emissionsarmer und resilienter Produktionsweisen im Agrarsektor.