IRO-1 – Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die Rentenbank ermittelt und bewertet wesentliche nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen im Rahmen eines strukturierten Verfahrens zur Bewertung der doppelten Wesentlichkeit. Das Verfahren berücksichtigt sowohl die Impact Materiality (Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft) als auch die Financial Materiality (finanzielle Risiken und Chancen für die Rentenbank).
Überblick über das Verfahren
Das Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der Wesentlichkeit gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Schritte.
Den Ausgangspunkt bildet eine breite Sammlung potenziell relevanter Nachhaltigkeitsthemen entlang des Geschäftsmodells der Rentenbank. Berücksichtigt werden interne Analysen, Ergebnisse der vorherigen Wesentlichkeitsanalyse, Inhalte bisheriger Veröffentlichungen, regulatorische Anforderungen sowie Branchen- und Sektoranalysen. Die identifizierten Themen werden daraufhin zu inhaltlichen Clustern zusammengefasst.
Die Bewertung der Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft erfolgt entlang der durch die ESRS vorgegebenen Kriterien. Diese umfassen das Ausmaß der Auswirkung, die Reichweite der Auswirkung, die Behebbarkeit bei negativen Auswirkungen sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit bei Auswirkungen, die nicht bereits eingetreten sind. Die Befragten bewerten diese Faktoren jeweils in Experteninterviews auf einer Skala von 1 bis 4.
Die Bewertung finanzieller Risiken und Chancen erfolgt in Anlehnung an das bestehende Risikomanagement der Rentenbank. Berücksichtigt werden dabei der potenzielle finanzielle Schweregrad und die Eintrittswahrscheinlichkeit innerhalb eines definierten Betrachtungszeitraums.
Die Einzelbewertungen der Impact- und Financial Materiality werden aggregiert. Für beide Dimensionen wurden Schwellenwerte festgelegt, ab denen ein Thema als wesentlich gilt. Die Schwellenwerte werden konsistent angewendet und dokumentiert, um eine nachvollziehbare und reproduzierbare Wesentlichkeitsentscheidung sicherzustellen.
Auf Basis der aggregierten Bewertungen und der definierten Schwellenwerte wird die finale Wesentlichkeitsmatrix erstellt. Ein Nachhaltigkeitsthema wird hierbei als wesentlich bestimmt, sobald es den zuvor definierten Schwellenwert in einer der beiden Dimensionen – Impact oder Financial Materiality – überschreitet.
In das Verfahren zur Wesentlichkeitsanalyse sind zahlreiche interne Organisationseinheiten eingebunden, darunter operative Fachbereiche, Risikomanagement, Nachhaltigkeitsmanagement sowie weitere zentrale Funktionen, wie zum Beispiel der Datenschutzbeauftragte. Jedem Fachbereich werden dabei die Themen zur Einordnung vorgelegt, die er in seinem Aufgabenbereich bewerten konnte und bei dem er die Einschätzungen wichtiger Interessenträger nachvollziehen konnte. Der Vorstand wird über Methodik, Ergebnisse und wesentliche Änderungen der Wesentlichkeitsanalyse informiert.
Perspektiven von Interessenträgern, die im laufenden Geschäft über diverse Formate eingeholt werden, dienen insbesondere der Identifikation relevanter Themen sowie der Plausibilisierung der Bewertungen. Eine isolierte Einholung und quantitative Gewichtung einzelner Standpunkte von Interessenträgern erfolgte im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Berichtsjahr nicht.
Ergebnis und Konsequenzen für die Berichterstattung
Auf Basis des beschriebenen Verfahrens wurden die Themen Klimawandel (E1), eigene Arbeitskräfte (S1) und Unternehmensführung (G1) als wesentlich identifiziert. Die Rentenbank berichtet entsprechend zu den einschlägigen themenbezogenen ESRS.
Da sektorspezifische Standards fehlen, konnten nicht alle wesentlichen Themen einem themenbezogenen Standard zugeordnet werden. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Themen, die die von uns geförderten Sektoren betreffen. Aufgrund der breiten wirtschaftlichen Impacts unserer Förderungen für die konventionelle und ökologische Landwirtschaft und den ländlichen Raum, betrachten wir diese Themen als unternehmensspezifische Offenlegungen im Rahmen unserer sozialen Berichterstattung. Das Thema Datenschutz und Informationssicherheit wird aufgrund seiner Relevanz für eine gute Unternehmensführung im entsprechenden Kapitel des Nachhaltigkeitsberichts ebenfalls als unternehmensspezifische Offenlegung dargestellt.
Über Themen, die im Rahmen der Analyse unterhalb der definierten Schwellenwerte lagen, wird nicht vertieft berichtet. Die Entscheidung über die Wesentlichkeit wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Im Jahr 2026 soll eine Überprüfung der Ergebnisse stattfinden.
