Land- und Forstwirtschaft
Die Rentenbank legt ihren wesentlichen Schwerpunkt auf die Förderung der gesamten land- und forstwirtschaftlichen Primärproduktion einschließlich des Garten- und Weinbaus sowie der Fischwirtschaft und Aquakultur. Im nachfolgenden Bericht wird diese Kundengruppe unter dem Begriff „Land- und Forstwirtschaft“ zusammengefasst.
Im Jahr 2025 konnte sich das Neugeschäft zum ersten Mal seit 2021 etwas erholen. Nach 1,4 Mrd. EUR im Jahr 2024 wurden 2025 mit rund 1,9 Mrd. EUR wieder mehr Förderkredite zugesagt. Das entspricht einem Wachstum von 33 %. Auf die Gesamtsumme entfallen 9,9 Mio. EUR auf den Gartenbau, 8,4 Mio. EUR auf den Weinbau, 9,5 Mio. EUR auf die Forstwirtschaft und 1,9 Mio. EUR auf die Fischwirtschaft.
Dieses Wachstum ist zum einen auf den Basiseffekt zurückzuführen, da der Vorjahreswert vergleichsweise niedrig war. Zum anderen haben sich die Refinanzierungsbedingungen verbessert, wodurch die Vergabe von Förderkrediten erleichtert wurde. Zusätzlich haben die attraktiven Förderangebote der Rentenbank, wie beispielsweise die starke Zinsvergünstigung für Stallumbauten zur Verbesserung der Tierwohlstandards, das Neugeschäft positiv beeinflusst.
Anders als die Investitionen in Maschinen, die sich seit 2021 weiter auf 537 Mio. EUR verringert haben, konnten sich Investitionen in Gebäude und Flächen im Vergleich zum Vorjahr wieder erholen. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf den gesunkenen EU-Referenzzinssatz. So hat sich das Volumen für Flächenkäufe von 240 Mio. EUR im Vorjahr auf 414 Mio. EUR im Jahr 2025 um über 70 % gesteigert. Sonstige Investitionen sind mit 282 Mio. EUR auf dem höchsten Niveau seit 2022. Dazu gehören unter anderem Kosten im Rahmen der Hofübernahme oder Betriebskäufe.
Neugeschäft der Kundengruppe „Land- und Forstwirtschaft“ in Mio. EUR

Neuzusagen nach Verwendung in Mio. EUR

Ein neuer Zinsbonus für betriebliche Klimabilanz: Impulse für die Landwirtschaft
Seit dem 1. Oktober 2025 bietet die Rentenbank mit der neuen Zinsvergünstigung „Zinsbonus Klimabilanz“ landwirtschaftlichen Unternehmen einen zusätzlichen Anreiz, ihre Betriebe klimafreundlich zu gestalten. Wer eine Klimabilanz vorlegen kann, erhält einen Zinsvorteil von 0,25 Prozentpunkten auf alle Konditionentypen der Rentenbank. Damit werden gezielt Betriebe unterstützt, die ihre Treibhausgasemissionen systematisch erfassen und aktiv an der Reduzierung arbeiten.
Die Klimabilanz dient nicht nur als Instrument zur Identifikation von Emissionsquellen und Reduktionspotenzialen, sondern auch als Nachweis in der Wertschöpfungskette und gegenüber Banken. So können landwirtschaftliche Unternehmen den Wandel zur Klimaneutralität aktiv mitgestalten und ihre Nachhaltigkeitsbemühungen transparent dokumentieren.
Bereits in den ersten drei Monaten nach dem Start des Programms wurden 199 Förderkredite mit einem Gesamtvolumen von 92,5 Mio. EUR mit Zinsbonus vergeben. Das neue Angebot hat das Neugeschäft in der Landwirtschaft zusätzlich belebt und zeigt, dass die Branche bereit ist, innovative Wege für mehr Klimaschutz zu gehen.
Weiterhin positive Entwicklungen im Bereich Stallumbauten für mehr Tierwohl
Die Stallumbauten zur Verbesserung des Tierwohls konnten im Bereich der Zukunftsfelder im Fokus (Förderung mit LR-Premium-Kondition und einem Zinsvorteil von 0,40 % gegenüber der LR-Basis-Kondition) das größte Neugeschäftsvolumen erzielen. Mit insgesamt 56,9 Mio. EUR wurde damit der Trend des größten Volumens innerhalb der Zukunftsfelder aus dem Jahr 2024 fortgeführt.
Auch bei den Stückzahlen zeigt sich eine deutliche Entwicklung: Mit 166 zugesagten Krediten für Stallumbauten liegt dieser Bereich klar vor den anderen Zukunftsfeldern. Der positive Trend setzt sich somit auch im Jahr 2025 fort, wenn auch mit etwas weniger Dynamik.
Finanzierung landwirtschaftlicher Gebäude in Mio. EUR

Das Agrar-Geschäftsklima bleibt seit 2021 rückläufig
Das Rentenbank-Agrarbarometer befragt Landwirtinnen und Landwirte quartalsweise zu spezifischen Themen, analysiert die aktuelle Stimmung und ermittelt die Zukunftsaussichten.
Das Agrar-Geschäftsklima, ein Mittelwert aus der Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Lage, sank vom Vorjahreswert -1,2 Punkte auf -2,4 Punkte. Der Ausblick bleibt entsprechend getrübt und sank weiter von -3,6 % auf -4,6 %. Auch die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Betriebe im Einzelnen fällt etwas niedriger aus als im Vorjahr. Damit empfinden nur noch 73 % der Befragten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als befriedigend oder besser, im Gegensatz zu 81 % im Vorjahr.
Positive Einschätzungen basieren überwiegend auf hohen Erzeugerpreisen für tierische Produkte, guten Ernteergebnissen und effektivem Betriebsmanagement. Im vergangenen Jahr wurden die hohen Verkaufspreise für tierische Erzeugnisse von 38 % der Befragten als Grund für positive Einschätzungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage genannt. In diesem Jahr ist dieser Anteil um 10 Prozentpunkte auf 48 % gestiegen.
Aufgrund steigender Produktionskosten und sinkender Erzeugerpreise bleibt der Markt weiterhin angespannt. Globaler Wettbewerb und Unsicherheiten durch geopolitische Krisen veranlassen viele Betriebe zu einer vorsichtigen Haltung. Die Ergebnisse des Agrarbarometers zeigen, dass fast die Hälfte der befragten Landwirtinnen und Landwirte (48 %) ihre zukünftige wirtschaftliche Lage als schlechter oder deutlich schlechter einschätzt. Schweine- und Geflügelhalter sind etwas optimistischer als andere Inhaber anderer Betriebstypen. Gründe für die negative Beurteilung der Zukunft sind allen voran die Betriebsmittelpreise, die Agrarpolitik und Bürokratie.
Trotz der Herausforderungen planen fast zwei Drittel der Befragten im kommenden Jahr Investitionen – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr.