E1-2 – Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Einordnung und strategischer Ansatz
Als bundesunmittelbare Förderbank verbindet die Rentenbank ihre ökologische Verantwortung mit dem gesetzlichen Auftrag, die Transformation eines zukunftsfähigen, wettbewerbsfähigen und resilienten Agrar- und Ernährungssektors zu unterstützen. Die strategische Ausrichtung zielt darauf ab, klimaschonendere Investitionen zu ermöglichen, Emissionen im eigenen Geschäftsbetrieb und im Fördergeschäft zu reduzieren sowie die Anpassungsfähigkeit ländlicher Räume und landwirtschaftlicher Betriebe an klimatische Veränderungen zu stärken.
Die Klimastrategie bildet dabei den zentralen Orientierungsrahmen; begleitend wirken Nachhaltigkeitsleitlinien, Nachhaltigkeitsprogramm und Risikostrategie. Zusammen stellen diese Instrumente sicher, dass Klimaschutz und Klimaanpassung konsistent in Geschäftsmodell, Förderangebot und interne Steuerungsprozesse integriert sind.
Strategische Steuerung klimabezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die Steuerung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen und Chancen erfolgt primär über die Klimastrategie der Rentenbank.
Klimabedingte Risiken – sowohl physische als auch transitorische – werden nicht isoliert, sondern im Rahmen der Risikostrategie und der etablierten bankweiten Risiko- und Steuerungsprozesse behandelt. Die Bewertung erfolgt unter anderem auf Basis regelmäßiger ESG-Szenarioanalysen unter Nutzung anerkannter Referenzszenarien (unter anderem NGFS). Die detaillierte Darstellung der klimabezogenen Risiken und ihrer finanziellen Relevanz erfolgt in E1-9.
Strategischer Rahmen und relevante Strategiedokumente
Der strategische Ansatz der Rentenbank für den Umgang mit dem Klimaschutz stützt sich auf mehrere ineinandergreifende Dokumente:
| Konzepte | Funktion im Klimakontext |
|---|---|
| Klimastrategie | Zentrales strategisches Rahmenwerk und Übergangsplan |
| Nachhaltigkeitsleitlinien | Werte- und Orientierungsrahmen für das Kerngeschäft |
| Nachhaltigkeitsprogramm | Operative Ziel- und Maßnahmensteuerung |
| Risikostrategie | Identifikation, Bewertung und Steuerung klimabedingter Risiken nicht als eigenständige Risikoart, sondern als Risikotreiber innerhalb der wesentlichen Risiken |
| SDG-Mapping | Wirkungsanalyse des Fördergeschäfts auf Basis der UN-Nachhaltigkeitsziele |
Die Verantwortung für diese Strategien liegt beim Vorstand der Rentenbank. Die Umsetzung wird durch das Nachhaltigkeitsmanagement und das Sustainability Board unterstützt.
Klimaschutzstrategie (Mitigation)
Die Klimastrategie ist das strategische Kerninstrument zur Umsetzung des Klimaschutzes. Sie orientiert sich an den Zielen des Pariser Klimaabkommens, am deutschen Klimaschutzgesetz sowie an relevanten europäischen und nationalen Nachhaltigkeitszielen.
Im Mittelpunkt stehen
- die systematische Reduktion der Treibhausgasemissionen im Bankbetrieb,
- die Ausrichtung des Förder- und Kreditgeschäfts auf emissionsmindernde Investitionen,
- die Unterstützung nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktions- und Wirtschaftsweisen,
- die Förderung von Innovationen entlang der agrarischen Wertschöpfungskette.
Im Fördergeschäft liegt der strategische Fokus zunächst auf dem Sektor Landwirtschaft. Die Rentenbank setzt gezielt Anreize für Investitionen in emissionsarme Technologien, Energieeffizienzmaßnahmen sowie erneuerbare Energien.
Nachhaltigkeitsleitlinien
Die Nachhaltigkeitsleitlinien sorgen dafür, das Wertegefüge der Rentenbank in unser Kerngeschäft zu integrieren, und dienen als Referenzrahmen für unser jetziges und künftiges Handeln. Dabei fokussiert sich die Rentenbank auf folgende Handlungsfelder: nachhaltige Unternehmensführung, nachhaltiges Bankgeschäft, nachhaltiges Personalmanagement und nachhaltiger Bankbetrieb. Auf den Klimaschutz wirken sich dabei die Handlungsfelder zu Bankgeschäft und -betrieb aus, indem sie Ambitionsniveaus und Wirkungsfelder definieren.
Die Nachhaltigkeitsleitlinien geben den Rahmen für weitere bankinterne Konzepte (wie zum Beispiel die Klimastrategie) vor. Sie tragen den wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen mittelbar Rechnung.
Nachhaltigkeitsprogramm
Das Nachhaltigkeitsprogramm der Rentenbank überträgt die Verfolgung der in den Nachhaltigkeitsleitlinien festgeschriebenen Werte und Ambitionen in konkrete Ziele und Maßnahmen.
Die Maßnahmen werden jährlich durch die verantwortlichen Facheinheiten in Kooperation mit den Nachhaltigkeitsmanagern festgelegt und vom Vorstand verabschiedet. Sie sind auf verschiedene nachhaltigkeitsbezogene Themenbereiche ausgerichtet, die die gesamte Bank betreffen.
Das quartalsweise Controlling wird vom Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt, um in den Facheinheiten Hindernisse und gegebenenfalls Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen.
Energieeffizienz und erneuerbare Energien
Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energien sind integrale Bestandteile der Klimastrategie. Die Reduktionsmaßnahmen Im Bankbetrieb beinhalten insbesondere Effizienzsteigerungen und den Bezug erneuerbarer Energie. Im Fördergeschäft unterstützt die Bank Investitionen in energieeffiziente Technologien mit den besonders günstigen Top-Konditionen im Programm Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist die Erzeugung erneuerbarer Energien, insbesondere mit Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen im ländlichen Raum, ein Kernbestandteil des Förderportfolios der Bank zur Unterstützung der Energiewende in Deutschland.
Anpassung an den Klimawandel
Aspekte der Klimaanpassung sind bereits heute Bestandteil mehrerer Förderprogramme, insbesondere dort, wo Investitionen zur Stabilisierung, Diversifizierung und Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe und ländlicher Regionen beitragen. Da der Klimawandel sich in vielfältiger Art auf landwirtschaftliche Betriebe und den ländlichen Raum auswirkt, ist auch die Anpassung an diesen vielfältig vertreten.
Im Förderprogramm Forstwirtschaft fördern wir zu Top-Konditionen mit einem Zinsabschlag von aktuell 20 Basispunkten gegenüber dem Basiszins den klima- und standortangepassten Waldumbau. Auch die Ausgaben für den Waldschutz, die zu den gleichen Konditionen gefördert werden, wirken sich positiv auf die Anpassung an den Klimawandel aus. Mit dem voranschreitenden Klimawandel erhöht sich das Risiko einer Wasserknappheit. Im Rahmen unserer Zukunftsfelder fördern wir effiziente Bewässerung und Speicherbecken, um diesem Risiko bereits heute entgegenzutreten.
Letztlich mindert auch ein gesunder Boden die negativen Auswirkungen des voranschreitenden Klimawandels. Eine intakte Bodenstruktur kann bei Starkregen Wasser aufnehmen und es während Hitzeperioden wieder abgeben. Im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat die Rentenbank im Berichtsjahr Investitionen in Maschinen und Geräte zur bodenschonenden Bewirtschaftung und zur Verringerung des Bodendrucks sowie zur extensiven Grünlandbewirtschaftung gefördert. Unter anderem der Einsatz solcher Maschinen trägt zum Erhalt der Bodenstruktur bei und gewährleistet damit die klimaregulierende Funktion des Bodens.
SDG-Mapping als ergänzender strategischer Ansatz
Das SDG-Mapping dient der systematischen Erfassung des positiven Beitrags des Fördergeschäfts zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG). Es basiert auf den Verwendungszwecken der Programmkredite und ermöglicht eine strukturierte Zuordnung des Neugeschäfts zu relevanten Nachhaltigkeitszielen, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, konventionelle und ökologische Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
Das SDG-Mapping wird jährlich überprüft, methodisch weiterentwickelt und öffentlich zugänglich gemacht.
Risikostrategie
Die Implikationen aus der Risikostrategie werden in Kapitel E1-9 beschrieben.