GOV-5 – Risikomanagement und interne Kontrolle der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Nachhaltigkeitsbezogene Risiken sind in der Rentenbank integraler Bestandteil des bestehenden Risikomanagements. Sie werden nicht als eigenständige Risikoart geführt, sondern als Risikotreiber verstanden, die auf die etablierten Risikoarten wirken. Entsprechend sind ESG-Aspekte vollständig in die bankweiten Steuerungs-, Kontroll- und Überwachungsprozesse eingebettet.
Die Identifikation, Analyse und Bewertung nachhaltigkeitsbezogener Risikotreiber erfolgt im Rahmen der jährlichen Risikoinventur. Dabei werden potenzielle Risiken aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung systematisch daraufhin untersucht, inwieweit sie die wesentlichen Risikoarten der Rentenbank beeinflussen können. Im Fokus stehen insbesondere das Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle Risiken sowie strategische Risiken. Bei der Bewertung werden unter anderem Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzielle finanzielle Auswirkungen, relevante Zeithorizonte sowie die jeweiligen Transmissionskanäle berücksichtigt.
Das Risikoprofil der Rentenbank ist dabei wesentlich durch das Geschäftsmodell geprägt. Die Bank vergibt Förderkredite über das Hausbankenprinzip. Aus Risikosicht stehen daher nicht die Endkreditnehmenden im unmittelbaren Fokus, sondern die kreditvergebenden Institute als direkte Vertragspartner der Rentenbank. Nachhaltigkeitsbezogene Risiken wirken somit primär indirekt und entfalten ihre Relevanz insbesondere über die Bonität, Risikotragfähigkeit und Geschäftsmodelle der beteiligten Banken sowie über sektorale und makroökonomische Entwicklungen.
Klimabezogene Risiken nehmen innerhalb der ESG-Risikobetrachtung eine besondere Rolle ein. Die Rentenbank unterscheidet dabei zwischen physischen Risiken und transitorischen Risiken, die sich aus dem Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft ergeben können. Zur Einschätzung möglicher langfristiger Auswirkungen werden Szenarioanalysen auf Basis anerkannter externer Referenzszenarien durchgeführt, insbesondere unter Verwendung der Szenarien des Network for Greening the Financial System (NGFS). Diese dienen dazu, unterschiedliche Temperaturpfade, politische Maßnahmen und Übergangsdynamiken sowie deren potenzielle Effekte auf die Risikolage der Bank über einen langfristigen Horizont zu analysieren. Darüber hinaus wird die Entwicklung des CO₂-Preises als zusätzlicher Risikoindikator herangezogen, um potenzielle transitorische Risiken frühzeitig zu identifizieren.
Die Erkenntnisse aus der ESG- und Klimarisikoanalyse fließen in die bestehenden Steuerungsinstrumente der Rentenbank ein. Resultierend aus ihrem Förderauftrag hat die Rentenbank ein sektorales Risiko gegenüber dem Bankensektor. Diesem Risiko wird aus Sicht der ESG-Risiken Rechnung getragen, indem das Bonitätsrating für Banken um qualitative ESG-Faktoren erweitert wurde. Die Erweiterung um quantitative Faktoren soll bei Verfügbarkeit von entsprechenden Daten auch bei kleineren Instituten geprüft werden.
Die interne Kontrolle der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist in das bestehende interne Kontrollsystem der Rentenbank integriert. Zuständigkeiten, Prozesse und Kontrollen für die Erhebung, Verarbeitung und Berichterstattung nachhaltigkeitsbezogener Informationen sind klar definiert und in der Linienorganisation verankert. Durch abgestimmte Prozesse wird die Konsistenz zwischen Nachhaltigkeits-, Risiko- und Finanzberichterstattung sichergestellt.