Navigation und Service der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Springe direkt zu:

SBM-1 – Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette

Bedeutende Produkte, Dienstleistungen, Märkte und Kundengruppen

Die Rentenbank ist die Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Ihr gesetzlicher Förderauftrag besteht darin, Investitionen in eine leistungsfähige, wettbewerbsfähige und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in die Entwicklung ländlicher Räume zu unterstützen. Zur Erfüllung dieses Auftrags vergeben wir wettbewerbsneutral Programmkredite über die Hausbanken der Endkreditnehmenden und refinanzieren Banken, Sparkassen und Gebietskörperschaften mit Bezug zum ländlichen Raum. Zuschüsse gewähren wir für Innovationen und praxisnahe Forschungsvorhaben sowie für Projekte und Institutionen, die für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum von besonderer Bedeutung sind. Innovative agrarnahe Start-ups finanziert die Rentenbank aus dem Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank, das über Gewinnzuweisungen der Rentenbank gebildet wird, mittels Nachrangdarlehen und ergänzenden Innovationsgutscheinen. Zusätzlich beteiligt sich die Rentenbank an Venture Capital Fonds, deren Investitionsstrategien agrarnahe Start-ups einschließt. 

Das Geschäftsmodell der Rentenbank basiert auf dem Hausbankenprinzip. Förderkredite werden grundsätzlich nicht direkt an Endkreditnehmende vergeben, sondern über zwischengeschaltete Kreditinstitute, die als direkte Vertragspartner der Rentenbank fungieren. Die Hausbanken tragen dabei die Verantwortung für die Kreditentscheidung, die Kundenbeziehung sowie die laufende Betreuung der Endkreditnehmenden. Ebenfalls tragen sie das auf die Endkreditnehmenden bezogene Ausfallrisiko. 

Die Förderangebote der Rentenbank richten sich an Produktionsbetriebe der Land- und Forstwirtschaft sowie des Wein- und Gartenbaus, an Hersteller landwirtschaftlicher Produktionsmittel und an Handels- und Dienstleistungsunternehmen, die in enger Verbindung zur Landwirtschaft stehen. Darüber hinaus finanzieren wir Vorhaben der Ernährungswirtschaft und sonstiger Unternehmen der vor- und nachgelagerten Bereiche entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung. Außerdem unterstützen wir den Ausbau der Erneuerbaren, privates Engagement und öffentliche Investitionen im ländlichen Raum. Besonderes Gewicht legen wir auf die Innovationsförderung und auf die Förderung nachhaltiger Investitionen einschließlich erneuerbarer Energien. Außerdem erfüllt die Rentenbank ihren Förderauftrag, indem sie Hausbanken mit Geschäftsaktivitäten in der Agrarwirtschaft sowie inländischen Gebietskörperschaften als Refinanzierungspartner zur Verfügung steht. 
Aufgrund des Hausbankenprinzips stehen aus operativer und risikoseitiger Sicht primär die Hausbanken im unmittelbaren Fokus der Geschäftsbeziehung. Gleichzeitig entfalten sich die wesentlichen nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen der Rentenbank über die finanzierten Investitionen der Endkreditnehmenden. Diese Wirkungslogik ist charakteristisch für das Geschäftsmodell einer öffentlichen Förderbank und prägt die Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Steuerungsansätze.

Zum 31. Dezember 2025 waren 492 Mitarbeitende an unserem einzigen Standort in Frankfurt am Main beschäftigt.

Nachhaltigkeitsziele

Wir setzen uns Nachhaltigkeitsziele insbesondere über das Nachhaltigkeitsprogramm und die Klimastrategie.

Das Nachhaltigkeitsprogramm setzt ganzheitlich, bankweit und über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg an. Dieses Jahr verknüpfen wir das Programm erstmalig mit den relevanten Auswirkungen, Risiken und Chancen, um sicherzustellen, dass unsere Maßnahmen auf die für uns relevanten Themen wirken. 

Die Klimastrategie setzt Ziele insbesondere für unser Kreditportfolio und – in kleinerem Maße – die klimarelevanten Emissionen im Rahmen unserer Betriebsökologie. Der Fokus liegt hier auf der Dekarbonisierung des Kreditportfolios durch Incentivierung klimaschonender landwirtschaftlicher Maßnahmen, die Finanzierung erneuerbarer Energien und die Beteiligung an Initiativen. Dabei wird anerkannt, dass die landwirtschaftliche Produktion aufgrund biologischer Prozesse strukturell emissionsbehaftet ist und eine vollständige Emissionsneutralität im Sektor langfristig nach derzeitigem Standnicht möglich erscheint. Die strategische Zielsetzung der Rentenbank besteht daher nicht in der kurzfristigen Eliminierung von Emissionen, sondern in der schrittweisen Reduktion der Emissionsintensität sowie im Ausbau von Finanzierungen, mit denen Emissionen vermieden oder gebunden werden, etwa im Bereich erneuerbarer Energien oder des natürlichen Klimaschutzes.

Bedeutendste Produkte, Dienstleistungen, Märkte und Kundengruppen in Bezug auf Nachhaltigkeitsziele

Unsere Klimabilanz zeigt, dass der bei Weitem größte Teil unserer finanzierten Emissionen im Kreditportfolio liegt. Gleichzeitig haben wir über die Finanzierung erneuerbarer Energien, die Incentivierung klimaschonender Investitionen und die Innovationsförderung in diesem Bereich den größten Hebel für die Finanzierung der ökologischen, sozialen und digitalen Transformation in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Somit setzt unsere Strategie in besonderem Maße am Kreditgeschäft an. Hier unterstützen wir etablierte Unternehmen und Betriebe, jedoch auch junge Unternehmen im Rahmen von Venture Capital Investments und der Start-Up-Förderung.

Die strategische Ausrichtung der Rentenbank berücksichtigt dabei die zentralen gesellschaftlichen Zielkonflikte im Agrarsektor, insbesondere zwischen Ernährungssicherung, Klimaschutz, Ressourcenschutz und wirtschaftlicher Tragfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Dabei stellen wir stehts die Finanzierbarkeit der Landwirtschaft in der Breite in den Vordergrund.  Unter Berücksichtigung dieses Antriebs verfolgt die Rentenbank einen transformationsorientierten Ansatz, der darauf abzielt, durch gezielte Finanzierung nachhaltige Entwicklungsschritte zu ermöglichen und über die ihr zur Verfügung stehenden Hebel zu incentivieren.

Wertschöpfungskette und Wirkungslogik

Das Hausbankenprinzip prägt die Wertschöpfungskette der Rentenbank maßgeblich. Die eigene operative Wertschöpfung ist auf die Konzeption von Förderprogrammen, die Refinanzierung an den Kapitalmärkten sowie die Bereitstellung langfristiger Finanzierungsmittel konzentriert. Die wesentlichen nachhaltigkeitsbezogenen Wirkungen der Bank entstehen über die Finanzierung wirtschaftlicher Tätigkeiten in den Sektoren und Räumen, die Teil ihres Förderauftrages sind.

Die Wertschöpfungskette der Rentenbank umfasst

  • die Refinanzierung am Kapitalmarkt,

  • die Entwicklung und Bereitstellung von Förderinstrumenten,

  • die Zusammenarbeit mit Hausbanken,

  • die Durchführung von Wertpapiergeschäften, die durch das Management von Liquidität und Risiken den Förderauftrag unterstützen,

  • die Finanzierung von Investitionen bei Endkreditnehmenden in Land- und Forstwirtschaft, vor- und nachgelagerten Bereichen der Wertschöpfungskette, erneuerbaren Energien und in der ländlichen Entwicklung,

  • die Refinanzierung von Banken, Sparkassen und Gebietskörperschaften mit Bezug zum ländlichen Raum,

  • die Förderung junger und innovativer Unternehmen über Start-Up-Programme und -Netzwerke sowie Investitionen in Venture-Capital-Fonds und

  • die aktive Arbeit mit unseren Interessenträgern aus Politik, Agrar- und Finanzwirtschaft.

Zur Durchführung dieser Wertschöpfungskette sind viele Inputfaktoren nötig. Gleichzeitig entstehen auch diverse Outputs. Zu den bedeutendsten Input- und Erfolgsfaktoren gehören unsere Mitarbeitenden. Ihre Qualifikation, ihre Erfahrung und ihre engagierte Beteiligung an der Erfüllung unseres gesetzlichen Förderauftrags sind über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg entscheidend. Wie die Rentenbank ihre Mitarbeitenden hierbei unterstützt, wird in Kapitel S1 erläutert.

Die Refinanzierung am Kapitalmarkt ist ein weiterer wichtiger Input, ohne den die Erfüllung unseres Auftrags ebenfalls unmöglich wäre. Durch internationale Emissionsprogramme und inländische Kapitalmarktinstrumente nehmen wir die Mittel auf, die wir an unsere Endkreditnehmenden weitergeben können. Das AAA-Rating erlaubt es uns dabei, Mittel zu besonders guten Konditionen aufzunehmen. Diese Konditionen können wir im Fördergeschäft weitergeben. Großen Wert legen wir im Rahmen unserer Refinanzierung auf Green Bonds. Den ersten Green Bond haben wir 2013 als Privatplatzierung begeben, der erste öffentliche Green Bond folgte im Jahr 2020. Die Nettoerlöse dieser Anleihen werden zur Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Projekten aus dem Förderprogramm „Energie vom Land“ eingesetzt, die dem Klimawandel entgegenwirken. Green Bonds begeben wir aufbauend auf unserem Green Bond Framework, das im Einklang mit den ICMA Green Bond Principles steht und über eine Zweitmeinung (Second Party Opinion) verifiziert wird. Ein Impact-Reporting informiert jährlich anhand quantitativer Kennzahlen über die positiven Umweltauswirkungen des Asset-Portfolios. Insbesondere wird über die gesamte finanzierte erneuerbare Energiekapazität, die jährliche Stromerzeugung und die Treibhausgasreduzierung berichtet. Grundlage hierfür sind die Berechnungen eines unabhängigen Forschungsinstituts.

Wichtigster Output ist das breite Angebot an Finanzierungen, mit deren Hilfe wir unseren Förderauftrag erfüllen. Etablierte Unternehmen werden hier insbesondere über Programmkredite finanziert. Junge und innovative Unternehmen werden über unsere Start-Up-Förderung und Investitionen in Venture-Capital-Fonds mit Finanzmitteln unterstützt. Darüber hinaus refinanzieren wir Banken, Sparkassen und Gebietskörperschaften mit Bezug zum ländlichen Raum. Programmkredite können mit Zuschüssen oder Bürgschaftsübernahmen aus Haushaltsmitteln des Bundes kombiniert werden.