SBM-2 – Interessen und Standpunkte der Interessenträger
Die Rentenbank steht im regelmäßigen Austausch mit einer Vielzahl von Interessenträgern, die in unterschiedlicher Weise von ihrer Geschäftstätigkeit betroffen sind oder Einfluss auf die Erreichung ihrer strategischen Ziele haben. Die Einbindung von Interessenträgern ist ein integraler Bestandteil der strategischen Ausrichtung und dient insbesondere dazu, relevante Nachhaltigkeitsthemen frühzeitig zu identifizieren, Zielkonflikte transparent zu machen und die Wirksamkeit der Förderinstrumente zu erhöhen.
Die Auswahl der relevanten Interessengruppen orientiert sich am Geschäftsmodell der Rentenbank sowie an der Wirkungslogik, die sich aus dem Hausbankenprinzip ergibt. Zu den zentralen Interessengruppen zählen insbesondere die Haus- und Landesbanken sowie weitere Durchleitungsinstitute als direkte Geschäftspartner, Endkreditnehmende sowie Branchenverbände als deren Vertretung, die Politik und Behörden der Fach- und Finanzaufsicht. Diese Interessensgruppen beziehungsweise deren Vertretungen sind im Verwaltungsrat repräsentiert. Ebenfalls von hoher Relevanz sind unsere Mitarbeitenden als wichtige interne Interessenträger. Die Einbeziehung der Mitarbeitenden ist unter S1-SBM-3 näher beschrieben. Auch Bewerbende als potenzielle zukünftige Mitarbeitende sind für uns relevant.
Eine Reihe unserer Interessenträger ist insbesondere für die Rentenbank als aktive Kapitalmarktteilnehmerin von Relevanz. Hierbei handelt es sich um Investoren, Finanzanalysten, Emittenten und Agenturen, die Kredit- oder Nachhaltigkeitsratings anbieten.
Im Rahmen der guten Unternehmensführung sind unsere Interessenträger Lieferanten, Hochschulen sowie Kammern und Verbände.
Die Einbindung der zentralen Interessenträger erfolgt über unterschiedliche, auf die jeweilige Gruppe zugeschnittene Formate. Dazu zählen unter anderem jährliche bilaterale Gespräche mit Hausbanken, Dialoge mit Verbänden und Branchenvertretungen, die Mitwirkung in nationalen und internationalen Initiativen, der Austausch mit politischen Interessenträgern sowie interne Formate zur Einbindung der Mitarbeitenden. Ziel dieser Formate ist es, unterschiedliche Perspektiven, Erwartungen und Einschätzungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Themen systematisch zu berücksichtigen.
Die thematische Verortung des Themas, zu dem Feedback eingeholt wird, ergibt sich dabei oft aus Format und Gesprächspartner. Entsprechend unseres Förderauftrags stellen wir bei der Einbindung von Endkreditnehmenden oder unseren Hausbanken – beispielsweise im Rahmen der jährlich stattfindenden Agrarfinanztagung – umweltbezogene Themen wie Klimarisiken oder die Finanzierung erneuerbarer Energien in den Vordergrund. Anlassbezogen werden jedoch auch Förderkredite mit sozialem Hintergrund adressiert. Im Jahr 2026 soll dies beispielsweise im Rahmen des von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“ stattfinden. Ebenso wird beim Austausch mit den Branchenverbänden der Fokus auf die Finanzierungen der Rentenbank und die jeweiligen Auswirkungen gelegt.
Das Thema Governance steht insbesondere bei Sitzungen des Verwaltungsrats und beim regelmäßigen Austausch mit den Behörden der Fach- und Finanzaufsicht im Vordergrund. Auch in den Jahresgesprächen mit den uns bewertenden Ratingagenturen liegt ein Schwerpunkt auf guter Unternehmensführung.
Die Ergebnisse der Einbindung von Interessenträgern werden im Rahmen der strategischen Steuerung und der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells berücksichtigt. Sie bilden eine wichtige Grundlage für die Identifikation wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen und fließen in die nachfolgenden ESRS-Angaben ein. Eine systematische Erfassung individueller Positionen von Interessenträgern oder eine formalisierte Priorisierung einzelner Interessengruppen erfolgt dabei nicht isoliert, sondern im Kontext der jeweiligen Entscheidungs- und Analyseprozesse. Über die breite Einbindung von Facheinheiten in die doppelte Wesentlichkeitsanalyse konnte sichergestellt werden, dass interne Teilnehmende oder Organisierende der meisten dieser Austauschformate zu den wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen befragt wurden.