Navigation und Service der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Springe direkt zu:

Wirtschaftliche Lage

Ertragslage

Die Ertragslage stellte sich wie folgt dar:

  1.1. bis
31.12.2025

Mio. EUR
1.1. bis
31.12.2024

Mio. EUR
Änderung
Mio. EUR
Zinsüberschuss1 228,8 287,5 - 58,7
Provisionsüberschuss - 4,6 - 4,7 0,1
Verwaltungsaufwendungen 146,2 130,8 15,4
Sonstiges betriebliches Ergebnis 10,3 11,3 - 1,0
Ertragsteuern/sonstige Steuern 1,7 1,7 0,1
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge/Bewertung 86,6 161,6 - 75,0
Risikovorsorge/Bewertung 47,6 123,6 - 76,0
Jahresüberschuss 39,0 38,0 1,0

Betriebsergebnis vor Risikovorsorge/Bewertung

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung belief sich auf 86,6 Mio. Euro. Es lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (161,6 Mio. Euro). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf eine erhöhte Förderleistung und damit geringere Erträge im Segment „Fördergeschäft“ zurückzuführen. Zudem erhöhten sich die Verwaltungsaufwendungen.

Zinsüberschuss

Zinsüberschuss nach Segmenten:

  1.1. bis
31.12.2025

Mrd. EUR
1.1. bis
31.12.2024

Mrd. EUR
Änderung
Mrd. EUR
Zinsüberschuss      
Fördergeschäft 128,6 195,0 - 66,4
Kapitalstockanlage 88,5 75,6 12,9
Treasury Management 11,7 16,9 - 5,2
Zinsüberschuss gesamt 228,8 287,5 - 58,7

Das Zinsergebnis des Segments „Fördergeschäft“ lag bei 128,6 Mio. Euro und damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (195,0 Mio. Euro). Durch das im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Volumen im Programmkreditgeschäft konnten wieder mehr Zuschüsse ausgereicht werden, was sich belastend auf das Zinsergebnis auswirkte. Zusätzlich wirkte sich das erhöhte Emissionsvolumen bei gleichzeitig rückläufiger Passivmarge negativ auf das Ergebnis aus.

Im Segment „Kapitalstockanlage“ lag das Zinsergebnis leicht über unserer Planung und erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17 % auf 88,5 Mio. Euro. Ursächlich hierfür waren neben den Mehrerträgen aus dem höheren Anlagevolumen aus der Neuzuweisung auch die Wiederanlagerenditen, die über den Renditen der Fälligkeiten lagen.

Das Zinsergebnis des Segments „Treasury Management“ lag mit 11,7 Mio. Euro unter dem Vorjahresergebnis von 16,9 Mio. Euro. Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von einer fortgesetzten Einengung der Margen im Geldgeschäft, die das Ergebnis entsprechend belastete.

Verwaltungsaufwand

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 12 % auf 146,2 Mio. Euro (130,8 Mio. Euro). Hauptursächlich hierfür war ein um 9,2 Mio. Euro erhöhter Personalaufwand. Die Sachaufwendungen stiegen gleichzeitig um 3,9 Mio. Euro, die Abschreibungen um 2,3 Mio. Euro an.

Der Anstieg des Personalaufwands ist im Wesentlichen auf einen um durchschnittlich 22 Mitarbeitende erhöhten Personalbestand (nach § 267 Absatz 5 HGB) sowie auf Tariferhöhungen und gestiegene Aufwendungen für die Altersvorsorge (Sondereffekt im Jahr 2024 aufgrund reduzierter Inflationsannahme) zurückzuführen.

Der höhere Sachaufwand resultiert im Wesentlichen aus der weiteren Umsetzung der IT-Roadmap sowie aus gezielten Investitionen in die IT-Landschaft.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen auf 16,5 Mio. Euro (14,2 Mio. Euro) und waren insbesondere durch höhere Abschreibungen auf Software bedingt.

Sonstiges betriebliches Ergebnis

Das sonstige betriebliche Ergebnis reduzierte sich von 11,3 Mio. Euro auf 10,3 Mio. Euro. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen geringere Kostenerstattungen, die sich aus der Abrechnung der Bundesprogramme ergeben.

Risikovorsorge/Bewertung

Im Rahmen der „Risikovorsorge/Bewertung“ wurden netto 47,8 Mio. Euro zur Dotierung der Vorsorgereserven verwendet. Davon wurden dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 22,8 Mio. Euro zugeführt.

Jahresüberschuss/Bilanzgewinn

Der Jahresüberschuss stieg von 38,0 Mio. Euro auf 39,0 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Vorbehaltlich des Beschlusses des Verwaltungsrats wurden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses aus dem Jahresüberschuss insgesamt 19,5 Mio. Euro (19,0 Mio. Euro) der Hauptrücklage zugeführt.

Der Bilanzgewinn liegt nach Dotierung der Hauptrücklage mit 19,5 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert (19,0 Mio. Euro). Der Bilanzgewinn soll jeweils hälftig dem Zweckvermögen des Bundes bei der Rentenbank sowie dem Förderungsfonds der Rentenbank zugeführt werden.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage gemäß dem Jahresabschluss der Rentenbank stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung wesentlicher Aktiva

  31.12.2025
Mrd. EUR
31.12.2024
Mrd. EUR
Änderung
Mrd. EUR
Forderungen an Kreditinstitute 57.827,5 65.615,4 - 7.787,9
Forderungen an Kunden 7.100,8 7.003,2 97,6
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 18.949,0 16.742,6 2.206,4

Die Forderungen an Kreditinstitute valutierten zum Jahresultimo mit 57,8 Mrd. Euro (65,6 Mrd. Euro). Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 63,9 % und ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Sie stellen allerdings weiterhin die größte Gruppe an Vermögensgegenständen dar. Der Rückgang der Forderungen an Kreditinstitute ist im Wesentlichen auf eine Bestandsminderung beim Geldgeschäft zurückzuführen. Daneben ist auch der Bestand an Programmkrediten leicht gesunken. Im Geschäftsjahr 2025 konnte das Neugeschäft an Programmkrediten deutlich gesteigert werden. Da ein wesentlicher Teil der zugesagten Mittel bislang noch nicht abgerufen wurde, wird erwartet, dass der Bestand an Programmkrediten im Jahr 2026 durch die Inanspruchnahme dieser Zusagen wieder ansteigt und den aktuellen Rückgang ausgleicht.

Die Forderungen an Kunden beinhalten im Wesentlichen Schuldscheindarlehen an Bundesländer und Kommunen. Insgesamt erhöhte sich der Bilanzposten leicht gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Mrd. Euro auf 7,1 Mrd. Euro.

Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Mrd. Euro auf 18,9 Mrd. Euro zum Jahresende. Wie im Vorjahr war der Bestand vollständig dem Anlagevermögen zugeordnet.

Entwicklung wesentlicher Passiva

  31.12.2025
Mrd. EUR
31.12.2024
Mrd. EUR
Änderung
Mrd. EUR
Fremdkapital      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 814,3 1.528,3 - 714,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.497,4 1.490,4 7,0
Verbriefte Verbindlichkeiten 80.523,4 83.752,3 - 3.228,9
Summe 82.835,1 86.771,0 - 3.935,9
Eigenkapital (einschließlich Fonds für
allgemeine Bankrisiken)
     
Gezeichnetes Kapital 135,0 135,0 0,0
Gewinnrücklagen 1.272,1 1.252,6 19,5
Bilanzgewinn 19,5 19,0 0,5
Fonds für allgemeine Bankrisiken 3.576,3 3.553,5 22,8
Summe 5.002,9 4.960,1 42,8

Fremdkapital

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten liegen mit 0,8 Mrd. Euro um 0,7 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau. Der Bestandsrückgang beruht im Wesentlichen auf dem Auslaufen von Globaldarlehen in Höhe von 0,5 Mrd. Euro. Daneben sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit 1,5 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Verbrieften Verbindlichkeiten verringerten sich um 3,2 Mrd. Euro beziehungsweise 3,9 % auf 80,5 Mrd. Euro. Die Medium-Term-Note-Programme (MTN) stellten mit 63,7 Mrd. Euro weiterhin die wichtigste Refinanzierungsquelle dar und verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 2,2 Mrd. Euro. Der Bestand an ausstehenden Euro-Commercial-Paper (ECP) Emissionen reduzierte sich auf 3,7 Mrd. Euro (7,0 Mrd. Euro). Ebenso hat sich der Bestand an ausstehenden Globalanleihen auf 12,6 Mrd. Euro (14,8 Mrd. Euro) vermindert.

Eigenkapital

Das Eigenkapital inklusive des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB stieg insgesamt um 42,8 Mio. Euro auf 5.002,9 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss von 39,0 Mio. Euro wurde jeweils hälftig den Gewinnrücklagen zugeführt beziehungsweise als Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde um 22,8 Mio. Euro aufgestockt.

Aufsichtsrechtliche Kapitalquoten

Die Gesamtkapitalquote sowie die harte Kernkapitalquote belaufen sich jeweils auf 32,6 % (38,3 %). Sie spiegeln die hohe Kapitalausstattung der Rentenbank auch unter Erstanwendung der CRR III wider und liegen weiterhin weit über den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen.

Zur Höhe und Entwicklung der regulatorischen Eigenmittel sowie der risiko­gewichteten Aktiva (RWA) siehe Kapitel „Risikotragfähigkeit“.

Investitionen

Auch im abgelaufenen Jahr lag der Schwerpunkt der Investitionen weiterhin auf der Modernisierung der IT-Landschaft, insbesondere der Ablösung des eigenentwickelten hostbasierten Kernbankensystems. Hier konnten erfolgreich größere Etappenziele mit Umsetzungen in SAP und Murex erreicht werden. Zudem wurden weitere Umsetzungsmaßnahmen gestartet. Auch in die Umsetzung regulato­ri­scher Anforderungen sowie die Verbesserung der IT-Sicherheit wurden erheb­liche Mittel investiert.

Das mit dem Bundesprogramm Forstwirtschaft im Dezember 2020 eingeführ­te Förderportal wurde weiter optimiert, und die internen IT-Systeme wurden integriert.

Zur Digitalisierung von Prozessen wurden weitere Roboter entwickelt, die Routineaufgaben in der Antragsbearbeitung übernehmen und so zur Effizienz­steigerung beitragen.

Neben der Modernisierung der IT-Landschaft investiert die Rentenbank in die energieeffiziente Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes am Standort Hochstraße in Frankfurt am Main.

Liquidität

Die Bundesrepublik Deutschland trägt die Anstaltslast und hat die Haftung für die Verbindlichkeiten der Rentenbank (Refinanzierungsgarantie) übernommen.

Auf Basis der daraus folgenden AAA-Ratings ist es problemlos möglich, liquide Mittel am Markt zu beschaffen. Die hohen Bestände der bei der Bundesbank refinanzierungsfähigen Schuldtitel bilden eine zusätzliche Liquiditätsreserve. Für weitere Ausführungen wird auf die Darstellung der Liquiditätsrisiken im Risikobericht als Teil dieses Lageberichts verwiesen.

Zusammenfassende Darstellung von Geschäftsverlauf und wirtschaftlicher Lage

Der Vorstand beurteilt den Geschäftsverlauf sowie die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als insgesamt solide, wenn auch unter den Erwartungen. Dies gilt auch für die im Kapitel „Steuerungssystem“ definierten finanziellen und nicht­finan­ziellen Leistungsindikatoren.


  1. Zinsüberschuss inklusive Erträge aus Beteiligungen